Medikamente

Recovery steht dafür, dass sich Menschen mit einer psychischen Erkrankung aktiv und selbstbestimmt am Gesundungsprozess beteiligen und sich (falls nötig mit Unterstützung) für ihre Rechte einsetzen. Dies gilt auch bei der Behandlung mit Medikamenten.

Selbstbestimmter Umgang mit Medikamenten

Eine recovery-orientierte Haltung heisst die Einnahme von Medikamenten weder gut noch lehnt sie diese ab. Vielmehr geht es um die eigene Wahrnehmung, ob Medikamente als hilfreich empfunden werden oder nicht. Grundsätzlich ist es eine persönliche Entscheidung und eine Frage der Selbstbestimmung, ob sich jemand für oder gegen die Einnahme von Medikamenten entscheidet. Fachpersonen haben hier die Aufgabe, fundiert zu informieren und die betroffene Person im Gespräch durch den Entscheidungsprozess zu begleiten. 

«Selbstbestimmt mit Medikamenten umgehen» von Patricia Deegan: Strategien, Gesprächsvorbereitung, Leitfaden für die Therapiesitzung sowie Arbeitsblatt für einen selbstbestimmten Umgang mit Medikamenten. (PDF, 12 Seiten)

«Wie stehen Expert*innen aus Erfahrung zu Psychopharmaka?» Artikel im Kontext #4 2/2020 (PDF, 3 Seiten)

«Neuroleptika reduzieren und absetzen. » Eine Broschüre für Psychose-Erfahrene, Angehörige und Professionelle aller Berufsgruppen (PDF, 88 Seiten)

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Gemeinsame Entscheidungsfindung

Die Mitbestimmung über die Wahl und Dosierung der Medikamente in Form einer kooperativen Entscheidungsfindung (shared decision making) gemeinsam mit einer Fachperson kann sehr relevant sein und die Selbstverantwortung im eigenen Gesundungsprozess stärken/fördern. Medikamente können individuell und situativ unterstützend wirken auf den Gesundungsprozess, beispielsweise während einer akuten Krise, zur Symptomreduktion oder um weitere Krisen hinauszuzögern.

Recovery und Empowerment

Wer Klient*innen Selbstbestimmung und Selbstbefähigung ermöglichen will, muss die eigenen Handlungsweisen und Haltungen hinterfragen. So individuell jeder Gesundungsweg ist, so unterschiedlich sind auch die Anforderungen an die Profis. Bei der Bewältigung dieser Aufgabe hilft der kompakte und übersichtliche Aufbau dieser Einführung mit Fallbeispielen, Übungen und Merksätzen.

Knuf (Hg.): Recovery und Empowerment, Psychiatrie Verlag