Psychose und Schizophrenie

Psychose ist ein Oberbegriff für psychische Erkrankungen, bei denen die Betroffenen den Bezug zur Realität verlieren. Meistens ist dieser Zustand vorübergehend. Schizophrenie ist eine der Erkrankungen, die mit Psychosen einhergehen können. Bis heute bestehen in der Öffentlichkeit viel Unkenntnis und Vorurteile.

Anzeichen

Keine Psychose ist wie die andere. Typisch ist aber, dass sich die Krankheit oftmals langsam entwickelt und sich die Wahrnehmung von sich selbst und der Umwelt verändert. Stellt man diese Wahrnehmung in Frage, reagieren Betroffene häufig gereizt.

Hauptsymptome einer Psychose sind:

  • Wahnvorstellungen, häufig Verfolgungswahn, aber auch Grössenwahn
  • Halluzinationen und Sinnestäuschungen
  • Schwierigkeiten beim Denken
  • Angstzustände
  • Antriebslosigkeit, aber auch Angetriebensein
  • abgestumpfte oder unangemessene Emotionen
  • Rückzug aus der Gesellschaft

Schizophrenie

Eine Schizophrenie ist eine schwere psychische Störung. Betroffene leiden phasenweise unter Veränderungen ihrer Gedanken, Gefühle und ihrer Wahrnehmung. Auch ihr Verhalten ändert sich und kann auf Aussenstehende beängstigend oder verwirrend wirken. Schizophrenien haben, genau wie Psychosen generell, ein vielfältiges Erscheinungsbild. Oft leiden Betroffene unter Wahnvorstellungen und Halluzinationen. Auch emotional reicht die Bandbreite der Symptome von unangemessenem Überreagieren bis hin zu völliger Abflachung des Affekts und Teilnahmslosigkeit.

Weitere Erkrankungen bei denen Psychosen auftreten können sind bipolare Störungen, aber auch Depressionen.

Schizophrenie - einfach erklärt, Institut Kinderseele Schweiz
Schizophrenie hat nichts mit Gewalttätigkeit oder mehreren Persönlichkeiten zu tun.

Stigma

Menschen mit Schizophrenie sind weder gewalttätig, noch verfügen sie über mehrere Persönlichkeiten. Leider wird das jedoch noch immer irrtümlicherweise angenommen. Deshalb werden Menschen mit einer Schizophrenie oft stigmatisiert. Diese Stigmatisierung behindert den Heilungsprozess.

Risikofaktoren

Nach wie vor ist es unklar, wieso Menschen an einer Psychose oder Schizophrenie erkranken. Man geht aber davon aus, dass es verschiedene Faktoren sind, die die Entwicklung der Erkrankung begünstigen können. Man vermutet einerseits genetische, aber auch biochemische Faktoren wie Veränderungen im Stoffwechsel und in der Hirnaktivität. Diese Veränderungen sind jedoch zu unspezifisch und auch bei nicht erkrankten Personen beobachtbar, um die Entstehung der Störung vollends zu klären.

Weitere Faktoren können ein starker Konsum von Cannabis in jungen Jahren oder anderen Halluzinogene (LSD, halluzinogene Pilze) sowie Stresssituationen bei entsprechender Verletzlichkeit sein.

Was hilft?

In akuten Situationen werden häufig Medikamente eingesetzt, um die Ängste und Fehlwahrnehmungen zu reduzieren. In der Therapie gilt es zunächst, eine Vertrauensbasis aufzubauen.

Offener Dialog, Trialog und Recovery sind innovative Ansätze, die sich in der Schizophreniebehandlung bewährt haben. Angehörigenbegleitung ist sehr wichtig.

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