Schätze dich selbst
Das Jahr 2025 hat uns gezeigt, wie zentral die psychische Gesundheit ist. Ich schätze sehr, was wir gemeinsam erreicht haben. Dank dem Engagement unseres Teams, des Stiftungsrats, des Fachbeirats und aller Unterstützer*innen setzt sich Pro Mente Sana täglich für die Stärkung der psychischen Gesundheit ein. Sie berät und befähigt Menschen, sensibilisiert die Öffentlichkeit, schafft konkrete Räume für Austausch und Unterstützung und baut damit Stigmatisierung ab.
Autorin: Muriel Langenberger
Jede zweite Person in der Schweiz erlebt im Laufe ihres Lebens eine psychische Erkrankung. 52 % der IV-Renten sind heute auf psychische Erkrankungen zurückzuführen. Der volkswirtschaftliche Schaden durch stressbedingte Ausfälle wird auf mehrere Milliarden Franken jährlich geschätzt. Diese Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Psychische Gesundheit ist kein Nebenschauplatz.
Gerade in solchen Zeiten zeigt sich, wie wichtig eine starke, breit aufgestellte Fachorganisation ist. Mit dem neu eingesetzten Fachbeirat haben wir im Jahr 2025 unsere Strukturen weiterentwickelt und unsere Expertise gezielt gebündelt. So können wir stiftungsrelevante Themen vertiefen und spezifisches Fachwissen einholen. Das Know-how des Fachbeirates ist für uns als Stiftung und für die Menschen, die wir unterstützen, ein Gewinn.
Neuer Stiftungsratspräsident
Im Januar 2026 hat unser neuer Stiftungsratspräsident, Matthias Jäger, sein Amt angetreten. Als Direktor der Erwachsenenpsychiatrie der Psychiatrie Baselland bringt er langjährige Erfahrung in der psychiatrischen Versorgung mit. Seine breite Fach- und Praxisexpertise wird unsere strategische Arbeit sehr bereichern und ich freue mich auf die Zusammenarbeit. Gleichzeitig danke ich Thomas Ihde herzlich für seine zwölfjährige Tätigkeit als Präsident, in der er die Stiftung mit viel Sorgfalt und Engagement begleitet hat.
Interview mit Thomas Ihde
Erfahren Sie mehr über die langjährige Tätigkeit von Thomas Ihde bei Pro Mente Sana:
«Leistungsgesellschaft und Akzeptanz beissen sich».
Verstärkung unseres Netzwerkes
Wir haben 2025 zudem unser Netzwerk ausgeweitet: Seit diesem Jahr sind wir Mitglied der Geliko – Schweizerische Gesundheitsligen-Konferenz, einem wichtigen Dachverband im Gesundheits- und Sozialwesen. Über diesen Verband bringen wir die Anliegen von Menschen mit psychischen Belastungen verstärkt in die gesundheitspolitische Debatte ein. Damit erweitern wir unsere Positionierung, die bislang über die Mitgliedschaft bei Inclusion Handicap vor allem in der Behindertenpolitik verankert war.
Psychische Gesundheit am Arbeitsplatz
Ein Schwerpunkt im Jahr 2025 lag auf der psychischen Gesundheit am Arbeitsplatz. Immer mehr Führungskräfte brechen das Schweigen und sprechen offen über Belastungen und psychische Herausforderungen. Unsere Öffentlichkeitsarbeit, die Video-Serie ensa Voices und die Aktion «Costs of Silence» tragen dazu bei, das Thema psychische Gesundheit öffentlich sichtbar zu machen und Räume für ehrliche Gespräche zu eröffnen.
Begegnungen am neuen Standort unseres Treffpunkts Nordliecht
Mit dem Netzwerkanlass und dem Tag der offenen Tür im Treffpunkt Nordliecht in Zürich haben wir Begegnungen ermöglicht, die uns als Organisation stärken. Der direkte Austausch mit Partnern, Betroffenen, Fachpersonen und Interessierten zeigte eindrücklich, wie sehr unsere Angebote geschätzt werden. Wir danken allen für die Verbundenheit und das Vertrauen.
6 Impulse für die psychische Gesundheit
Ein besonderer Meilenstein war der Start der neuen Phase unserer «Wie geht’s dir?»-Kampagne. Im Auftrag von Gesundheitsförderung Schweiz und gemeinsam mit den Deutschschweizer Kantonen vermitteln wir mit sechs Impulsen alltagsnahe, wirkungsvolle Inputs für die Pflege der psychischen Gesundheit.
Unsere Stärke liegt im Miteinander
All das wäre ohne die Menschen hinter Pro Mente Sana nicht möglich. Der Stiftungsrat führt unsere Stiftung strategisch mit Weitsicht und Klarheit. Unterstützt wird er durch die Expertise des Fachbeirates. Die Geschäftsleitung gestaltet das operative Geschäft aktiv und zukunftsgerichtet. Und unsere Mitarbeitenden bringen Tag für Tag Herz, Professionalität und Engagement ein.
In einem Jahr, das für so viele schwer war, haben die Mitarbeiter*innen in der Beratung und im Treffpunkt Orientierung und Halt geboten und damit mehr bewirkt, als Worte ausdrücken können. Mehr als 6’294 Beratungen habe wir 2025 durchgeführt. Ein ganzes Team setzte sich dafür ein, dass möglichst viele Menschen mithilfe des ensa Kurses erste Hilfe für psychische Gesundheit leisten können. 10’147 Personen wurden dieses Jahr in ensa Erste-Hilfe-Kursen für psychische Gesundheit ausgebildet. In unserem Treffpunkt Nordliecht verzeichneten wir 2025 insgesamt 4893 Besuche. Dank dem neuen und grosszügigen Standort an der Wehntalerstrasse haben wir weiterhin Kapazität und Platz für neue Besucher*innen. Alle anderen Mitarbeitenden haben in verschiedensten Funktionen dafür gesorgt, dass der Betrieb von Pro Mente Sana überhaupt möglich ist, dass die Öffentlichkeit und Politik sensibilisiert wird und das Wissen zu psychischer Gesundheit in Wirtschaft und Gesellschaft gefördert wird.
2025 hat uns gefordert. Gleichzeitig hat es uns gezeigt, wie viel wir gemeinsam bewirken können, wenn wir unsere Kräfte bündeln, Haltung zeigen und dranbleiben. Mein Dank gilt allen Mitarbeitenden, dem Stiftungsrat, dem Fachbeirat, der Geschäftsleitung, unseren Partner*innen, den Gönner*innen und Spender*innen: Ihr Engagement macht Pro Mente Sana zu der verlässlichen Anlaufstelle, die so viele Menschen heute brauchen.
3 konkrete Anregungen, um den Selbstwert zu erkennen
- Schreiben Sie Ihre Gedanken auf: Was ist momentan gut für mich? Was nicht? Was kann ich selbst anpassen?
- Seien Sie nachsichtig mit sich und Ihren Nächsten, wenn nicht alles rund läuft.
- Überlegen Sie sich, was Ihnen heute gelungen ist und worüber Sie sich freuen können.
Viele weitere Tipps zu diesem Thema gibt es unter Selbstwert erkennen.