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Jahresbericht 2025

Probiere Neues

Das Nordliecht ist ein Treffpunkt für Menschen, die Gesellschaft suchen oder einfach einen Raum, um zu sein. Für Martin wurde es zu einem Ort der Gemeinschaft, zu dem er seit seinem Erstbesuch im April 2025 fast täglich zurückkehrt. Eine Reportage.

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  • Zusammenfassung in einfacher Sprache

Autorin: Larissa Speziale

An einem sonnigen Winternachmittag fahre ich von unserer Geschäftsstelle in Zürich West Richtung Glaubtenstrasse. Ich geniesse die wenigen Schritte in der Wintersonne der Wehntalerstrasse entlang und stehe nach einigen Minuten vor dem runden Fenster des Treffpunkts Nordliecht. Ich öffne die Türe, und sofort steigt mir der Duft von frischem Kaffee in die Nase. Stimmen und gelegentliches Lachen erfüllen den Raum.

Ein Blick durchs Fenster: der Treffpunkt Nordliecht

Heute treffe ich Martin, der seit seinem Erstbesuch im April 2025 fast täglich im Nordliecht vorbeikommt – ausgenommen Samstag, da ist der Treffpunkt geschlossen. Martin hatte unser Angebot «Erstbesuch» genutzt. Jeden Montag von 14 bis 15 Uhr werden neue Besucher*innen, Fachpersonen und Angehörige willkommen geheissen. In entspannter Atmosphäre können sie den Treffpunkt kennenlernen und offene Fragen klären. Selbstverständlich kann man jederzeit zum ersten Mal ins Nordliecht kommen, aber ein festes Angebot kann eine wertvolle Unterstützung sein, um den Treffpunkt zu entdecken.

Im Nordliecht herrscht eine gesellige Stimmung. Einige Besucher*innen sitzen am Tisch, trinken Kaffee und unterhalten sich, andere haben es sich auf dem Sofa gemütlich gemacht. Martin, ein grosser Mann mit graumeliertem Haar, erhebt sich, begrüsst mich freundlich. Er schlägt vor, dass wir uns für das Gespräch in den Ruheraum zurückziehen – ein stiller Ort, an dem man ungestört sprechen kann. Dienstag- und Freitagmorgen wird dieser Raum für die Walk-In-Beratung genutzt.

Stammgast Martin im Nordliecht

Martin erzählt mir, dass er das Nordliecht schon vor rund 20 Jahren an der Nordstrasse besucht hatte. Damals kam er regelmässig, doch irgendwann nahm das Leben andere Wege. In den letzten Jahren kümmerte er sich täglich um seine Mutter. Nach ihrem Tod suchte er nach neuen Strukturen: «Ich brauche Gesellschaft. Zu Hause wäre mir die Decke auf den Kopf gefallen.» Er fragte seinen Therapeuten, ob es das Nordliecht noch gäbe. Dieser machte ihn auf das Angebot «Erstbesuch» aufmerksam. Martin nutzte die Gelegenheit und sagt rückblickend: «Es hat einfach gepasst.» Besonders gefallen habe ihm die Freundlichkeit von Co-Leiterin Simone Aerni, die ihn und drei weitere Erstbesuchende herzlich empfing. Schon am nächsten Tag kam er wieder ins Nordliecht.

Seit da ist Martin Stammgast im Nordliecht. Er spielt Karten, löst Kreuzworträtsel oder tauscht sich mit den anderen über verschiedenste Themen aus. Manchmal gäbe es auch Konflikte – z. B. beim Jassen. Martin mag die Geselligkeit, kann sich aber auch gut allein beschäftigen: «Dann mache ich gerne Puzzles.»

Mit dem Personal versteht er sich gut und das ist ihm wichtig: «Gerade mit den Menschen muss es passen. Die Mitarbeitenden sind einfach dufte Leute. Und sie kochen super.»

  • «Ich probiere Neues, wenn es passt.» Martin, Stammgast im Treffpunkt Nordliecht

Auf die Frage, ob er gerne Neues ausprobiert, überlegt Martin einen Moment. Einerseits habe er in seinem Leben schon genug erlebt und viel Neues gewagt. Es seien nicht immer gute Erfahrungen gewesen. Andererseits probiere er gerne Neues aus, wenn es passt. Das scheint im Nordliecht der Fall zu sein.

Wir beenden das Gespräch und verlassen den Ruheraum. Unterdessen taucht die tiefstehende Sonne das Nordliecht in ein warmes Licht. Zwei Grüppchen von Besucher*innen sitzen zusammen. Wir machen noch ein paar Fotos, danach entstehen ganz natürlich Gespräche mit den anderen Besucher*innen und den Fachmitarbeitenden. Die Stimmung ist ungezwungen. In diesem Moment verstehe ich besonders gut, warum man immer wieder hört: «Das Nordliecht bietet einen Raum, wo man einfach sein kann.»

Über das Nordliecht

Im Nordliecht sind alle willkommen, besonders Menschen mit psychischen Problemen. Alle sind per Du. Der Besuch ist kostenlos. Die Verpflegung gibt es zu einem sehr günstigen Preis. Man muss aber nichts konsumieren. www.nordliecht.ch 

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Zusammenfassung in einfacher Sprache

Eine persönliche Geschichte aus dem Nordliecht:

Eine Mitarbeiterin erzählt aus dem Alltag im Nordliecht. Sie berichtet von Martin und seinem Besuch im Treffpunkt.

Martin kam im April 2025 zum ersten Mal ins Nordliecht. Seit diesem Tag kommt er fast jeden Tag.

Martin suchte mehr Kontakt zu anderen Menschen. Allein zu Hause war es für ihn schwierig. Im Nordliecht fühlte er sich willkommen und fand einen Ort, den er regelmässig besuchen kann.

Im Treffpunkt trinken Menschen Kaffee. Sie reden miteinander oder sind einfach da. Martin spielt Karten. Er löst Rätsel oder macht gerne Puzzles.

Die Mitarbeitenden sind freundlich und nehmen sich Zeit für Gespräche. Das ist für Martin sehr wichtig.

Das Nordliecht ist ein Ort, wo Menschen zusammen sein können oder einfach in Ruhe da sind.

Mehr zum Nordliecht: nordliecht.ch

3 konkrete Anregungen, um Neues zu probieren

  • Gestalten Sie Ihren Balkon oder Ihre Wohnung um, indem Sie ausmisten, dekorieren, Dinge neu anordnen oder etwas Neues bauen.
  • Schreiben Sie Ihr Leben auf oder machen Sie etwas aus den angesammelten Fotografien.
  • Probieren Sie ein neues Rezept oder ein neues Nahrungsmittel aus.

Mehr Tipps zu «Probiere Neues» finden Sie bei der «Wie geht's dir?»-Kampagne unter Neues entdecken.

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