Pflege Beziehungen
Beziehungen sind ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit. Durch den kontinuierlichen Austausch mit Fachpersonen, Betroffenen, Organisationen und politischen Akteur*innen schaffen wir Orientierung, stärken Zusammenarbeit und setzen uns wirksam für die Rechte von Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen ein.
Autorin: Muriel Langenberger
Gute, wertschätzende Beziehungen geben nicht nur jedem einzelnen Menschen, sondern auch uns als Organisation Sicherheit, Orientierung und Unterstützung. Deshalb pflegen wir den Austausch mit Fachpersonen, Gönner*innen im mental help club, Fachorganisationen, Betroffenen, Angehörigen, Peers und vielen weiteren Akteur*innen.
Ist Ihnen die psychische Gesundheit wichtig und möchten Sie sich dafür engagieren? Als Gönner*in im mental help club sind Sie Teil einer Gemeinschaft, welche sich längerfristig zur Vision der Stiftung Pro Mente Sana bekennt und uns dabei hilft, die dringlichen Angebote für die Anliegen von Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen zu realisieren. Jetzt mehr erfahren: www.mentalhelpclub.ch.
Auch in der politischen Arbeit sind Vernetzung und Beziehungspflege entscheidend. So trat unsere Geschäftsleiterin Muriel Langenberger 2025 dem Vorstand der Gesundheitsligen-Konferenz (Geliko) bei und stärkte damit die Zusammenarbeit im gesundheitspolitischen Bereich.
Gemeinsam stark – politisches Engagement
Dass man gemeinsam mehr erreicht, zeigte sich 2025 bei einer exemplarischen Aktion: Die IV-Stellen-Konferenz (IVSK) forderte eine Altersuntergrenze von 30 Jahren sowie eine pauschale Befristung der IV-Renten auf drei Jahre. Pro Mente Sana und zahlreiche Behindertenorganisationen lehnten diese Forderungen entschieden ab. Ein solches Vorgehen – ohne Ausbau alternativer Angebote – hätte fatale Folgen für junge Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen.
Im Hinblick auf die IV-Revision wandten wir uns zusammen mit Procap, Pro Juventute, Pro Familia, Pro Infirmis, Inclusion Handicap und der Föderation der Schweizer Psycholog*innen (FSP) in einem offenen Brief an den Bundesrat (vgl. IV-Renten: Differenzierte Lösungen statt pauschale Hürden).
Der Bundesrat hat im Februar die Leitlinien zur IV-Revision veröffentlicht. Wir begrüssen es, dass die berufliche Integration gestärkt werden soll und somit gewisse Forderungen unsererseits aufgenommen wurden. Für die Integration von Menschen mit psychischen Erkrankungen ist jedoch individuelle Begleitung und verlässliche finanzielle Absicherung zentral. Pauschale Massnahmen und ein erhöhter Druck können das Gegenteil bewirken. Zudem braucht es strukturelle Voraussetzungen, damit die IV langfristig wirksam bleiben kann. Dazu gehören eine solide Zusatzfinanzierung der IV und stärkere Investitionen in Früherkennung und Prävention. Bundesrätin Baume-Schneider muss ihre Ideen bis Ende Jahr ausarbeiten und dem Bundesrat einen konkreten Entwurf für ihre «Integrationsreform» vorlegen. Pro Mente Sana engagiert sich gemeinsam mit den anderen Organisationen weiterhin dafür, dass die Anliegen von jungen Menschen mit psychischen Erkrankungen in dieser Reform gehört werden und zu wirksamen, realitätsnahen Lösungen führen. Wichtig ist insbesondere, dass die jungen Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen eng begleitet werden und auch finanzielle Unterstützung erhalten.
Trotz wachsender öffentlicher Aufmerksamkeit fehlt eine kohärente nationale Strategie, die Akteur*innen aus Gesundheits-, Sozial- und Bildungswesen wirksam verbindet.
Ausblick
Wie in unserer Strategie 2024-2026 festgehalten, wird Pro Mente Sana nach der Konsolidierungsphase ab 2026 wieder verstärkt Agenda-Setting betreiben und Einfluss auf politische sowie gesellschaftliche Rahmenbedingungen nehmen.
Die Herausforderungen sind gross: Psychische Belastungen nehmen zu, nicht alle haben Zugang zu niederschwelligen und gemeindenahen Angeboten, Prävention und Versorgung sind unzureichend ausgebaut, und schwere psychische Erkrankungen, wie Schizophrenie oder Borderline sind weiterhin stark stigmatisiert. Trotz wachsender öffentlicher Aufmerksamkeit fehlt eine kohärente nationale Strategie, die Akteur*innen aus Gesundheits-, Sozial- und Bildungswesen wirksam verbindet. Weder Bund noch Kantone verfügen über einen verbindlichen Rahmen mit klaren Zielen, Zuständigkeiten und Finanzierungspfaden.
Gemeinsam stark – unsere Partnerschaften
Um diese Herausforderungen anzugehen, braucht es Kooperationen. Pro Mente Sana bündelt eigenes Wissen und setzt auf starke Partnerschaften:
- Kooperation mit Inclusion Handicap zur Umsetzung der UN-BRK und Inklusionsfragen
- Zusammenarbeit mit Geliko
- Gemeinsame Aktionen mit nationalen Organisationen zu spezifischen Themen, wie der «Motion Clivaz» (nachhaltige Finanzierung) oder «Keine IV-Rente für Menschen unter 30 Jahren»
- Zusammenarbeit mit SGPP und KOKES im Bereich Fürsorgerische Unterbringung
- Führung des Sekretariats der parlamentarischen Gruppe für psychische Gesundheit und Psychiatrie (32 Mitglieder) gemeinsam mit der SGPP
Mitgliedschaften
Aktive Mitgliedschaften 2025
- GELIKO
- Inclusion Handicap
- Gesundheits-Kompass KMU
- Netzwerk Psychische Gesundheit (NPG)
Passive Mitgliedschaften
- BKZ Behindertenkonferenz Kanton ZH
- Living Museum, Wil
- NPO Finanzforum
- SAPI Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für Patientinnen- und Patienteninteressen
- SSG Schweizerische Gemeinnützige Gesellschaft
- Schweizerische Gesellschaft für Sozialpsychiatrie SOPSY
- Swiss Fundraising
- Tag der Kranken
- Versicherte Schweiz
Zusammenfassung in einfacher Sprache
Zusammenarbeit ist wichtig
Pro Mente Sana arbeitet mit vielen Menschen. Zum Beispiel mit Fachpersonen, Betroffenen und Organisationen. Sie tauschen sich regelmässig aus. So verstehen sie besser, was Menschen mit psychischen Problemen brauchen. Die Stiftung setzt sich dafür ein, dass diese Menschen Unterstützung bekommen und ihre Rechte respektiert werden.
Gemeinsam aktiv in der Politik
Pro Mente Sana arbeitet auch in der Politik mit anderen zusammen. Sie setzen sich gemeinsam dafür ein, dass Menschen fair behandelt werden und genug Unterstützung erhalten.
Was in Zukunft wichtig ist
Immer mehr Menschen haben psychische Belastungen. Viele bekommen noch nicht genug Hilfe. In der Schweiz arbeiten verschiedene Stellen zusammen. Aber es fehlt ein gemeinsamer Plan. Darum braucht es bessere Zusammenarbeit.
Zusammenarbeit hilft
Pro Mente Sana arbeitet mit vielen Partnern. So können wir mehr erreichen. Gemeinsam helfen wir, dass Menschen Unterstützung bekommen und nicht allein bleiben.
3 konkrete Anregungen, um Beziehungen zu pflegen
- Sprechen Sie es aus, wenn Sie über jemanden etwas Nettes denken.
- Finden Sie neue Kontakte, z. B., indem Sie sich in einer Gemeinschaft einbringen oder ein neues Hobby ausprobieren.
- Greifen Sie zum Telefon und rufen Sie jemanden an, den Sie länger nicht gesehen haben.
Mehr Tipps zu «Beziehung pflegen» finden Sie unter «Wie geht's dir?» Beziehungen pflegen.