Beratung: Bedarf versus Kapazität
Wir verzeichneten in den letzten fünf Jahren einen laufenden Anstieg der Anfragen – 2024 stiessen unsere Kapazitäten an ihre Grenzen. Die Motion Clivaz gibt Hoffnung auf nachhaltige Finanzierung.
Der Bedarf nach niederschwelliger Beratung ist hoch. Pro Mente Sana stellt in der telefonischen und elektronischen Beratung zu psychosozialen und juristischen Fragen eine stetig steigende Nachfrage fest. Die Anzahl der beratenen Personen hat sich in den letzten fünf Jahren um 55 % auf knapp 3'000 erhöht. 2024 erreichte die Anzahl der beratenen Personen unsere Kapazitätsgrenze. Unsere Auswertungen zeigen, dass wir nur rund ein Drittel der Anrufer*innen, die uns während der Öffnungszeiten kontaktieren wollten, entgegennehmen konnten.
Niederschwellige Angebote füllen eine entscheidende Lücke im Versorgungssystem
Für Menschen ohne stabiles soziales Netz oder angesichts langer Wartezeiten auf therapeutische Unterstützung sind sie oft die einzige unmittelbare Hilfe. Indem sie schnelle Unterstützung bieten und bei Bedarf an geeignete Angebote weiterleiten, entlasten sie gleichzeitig nachgelagerte Einrichtungen und tragen zur Senkung der Gesundheitskosten bei. Die Arbeit dieser Stellen ist von hohem Wert für die Gesellschaft. Trotz der steigenden Nachfrage fehlt Pro Mente Sana und anderen Organisationen bislang eine gesicherte, nachhaltige Finanzierung. Wir sind vom volatilen Spendenmarkt abhängig.
Ein wichtiger Schritt in Richtung nachhaltige Finanzierung
Um das zu ändern, müssen Bund, Kantone und die Gesellschaft zusammenarbeiten. Eine verlässliche finanzielle Beteiligung des Bundes und der Kantone würde es ermöglichen, die bestehenden Strukturen zu sichern. Genau das fordert die Motion 21.3264 von Nationalrat Clivaz, welche 2024 sowohl vom Nationalrat als auch vom Ständerat angenommen wurde. Somit ist der Bundesrat beauftragt, die dauerhafte Finanzierung von Verbänden und Organisationen von gesamtschweizerischer Bedeutung sicherzustellen, die in den Bereichen der psychischen Gesundheit und der Suizid- und Gewaltprävention tätig sind. Mit der Annahme der Motion Clivaz können wir in einigen Jahren mit einer besseren Finanzierung wichtiger Angebote rechnen, was sehr erfreulich ist und uns hoffentlich erlaubt, unser Angebot auszubauen sowie der steigenden Nachfrage gerecht zu werden. Bis es soweit ist, müssen wir uns auf die Unterstützung öffentlicher und privater Geldgeber verlassen, damit wir möglichst viele Menschen mit psychischen Herausforderungen beraten können.
Unterstützen Sie unsere Arbeit
Damit wir in der Zwischenzeit unsere Angebote aufrechterhalten oder sogar ausbauen können, sind wir auf Spenden angewiesen.