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Interview mit Thomas Ihde

29.12.2025

«Leistungsgesellschaft und Akzeptanz beissen sich»

Vierzehn Jahre lang prägte Thomas Ihde die Arbeit von Pro Mente Sana – zuerst als Stiftungsrat, später als Präsident. Psychische Gesundheit wurde in dieser Zeit sichtbarer. Gleichzeitig ist der gesellschaftliche Platz für Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen enger geworden. Ein Rückblick auf Erfolge, Spannungsfelder und offene Baustellen.

Thomas, was hat dich ursprünglich dazu bewogen, dich im Stiftungsrat von Pro Mente Sana zu engagieren?

Ich kannte Pro Mente Sana bereits von Referaten und ihrem Engagement. Der erste konkrete Kontakt entstand über das Thema Peer – also Expert*innen aus Erfahrung. Ich hatte das Konzept der Peerarbeit in den USA kennengelernt und wollte, dass wir auch in der Psychiatrie im Berner Oberland mit Peers arbeiten.

Pro Mente Sana war bei diesem Thema eine Vorreiterin: Sie bot als erste Stiftung in der Schweiz eine Peerausbildung an – «Gesundung ist ansteckend», initiiert von Gabi Rudolf, einer ehemaligen Mitarbeiterin. Wir luden sie ins Berner Oberland ein mit dem Ziel, eine Ausbildung vor Ort anzubieten. Dabei machte sie auf ein internationales Projekt aufmerksam, das Pro Mente Sana aus Kapazitätsgründen nicht weiterverfolgen konnte. Eine Betroffene, zwei ärztliche Mitarbeitende und ich absolvierten daraufhin in Norddeutschland eine Ex-In-Train-the-Trainer-Ausbildung. In der Folge wurde Ex-In Schweiz mit Beteiligung der Berner Fachhochschule aufgebaut und als DAS lanciert.

Einige Monate nach diesem Ausflug nach Norddeutschland meldeten sich der damalige Geschäftsführer von Pro Mente Sana und der kantonale Psychiatrievertreter bei mir: Sie fragten mich, ob ich mir einen Einsitz im Stiftungsrat vorstellen könne. 

Zwei Jahre später wurdest du Präsident.

Genau, ich wurde nach meinem Antritt als Stiftungsrat ziemlich schnell Vizepräsident. Als die damalige Präsidentin ihren Rücktritt ankündigte, wurde ich gefragt, ob ich das Präsidium übernehmen wolle – eine Aufgabe, die ich sehr gerne angenommen habe.
 

Pro Mente Sana verabschiedete Thomas Ihde am 4. Dezember 2025 im Living Museum Wil im Beisein der Mitarbeitenden, des Stiftungsrats und des Fachbeirats. Als Dank für sein langjähriges Engagement erhielt er ein Kunstwerk der Künstlerin Barbara Züger.

Wie hat sich Pro Mente Sana in den letzten zwölf Jahren aus deiner Sicht verändert?

Die Stiftung hat sich stark weiterentwickelt. Ihr Wirken ist breiter geworden, sie hat sich deutlich professionalisiert. Gleich geblieben sind jedoch die beherzten, engagierten und hochkompetenten Mitarbeitenden.

Als ich in den Stiftungsrat gewählt wurde, lag der Schwerpunkt vor allem auf juristischer und psychosozialer Beratung. Zur selben Zeit gewann die Peerbewegung an Fahrt. Erste trialogische Schulprojekte entstanden. Zudem rückte psychische Gesundheit am Arbeitsplatz stärker in den Fokus. International setzte sich die Erkenntnis durch, dass sich die Situation von Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen nur dann verbessern kann, wenn die Gesellschaft insgesamt stärker für das Thema sensibilisiert und einbezogen wird. Pro Mente Sana nahm diese Entwicklungen auf und erweiterte ihr Engagement: Sie initiierte die «Wie geht’s dir?»-Kampagne mit und brachte das Projekt ensa in die Schweiz. 

Nicht nur bei Pro Mente Sana, auch gesellschaftlich hat sich viel verändert.

Ja. Vor 14 Jahren war psychische Gesundheit stark tabuisiert – ein Thema fern vom Alltag vieler Menschen. Als wir damals bei Unternehmen anklopften, hatten sie grosse Angst vor Reputationsschäden oder Verunsicherung der Mitarbeitenden.

Heute ist das Thema vielerorts angekommen. Wenn ich Workshops gebe, muss ich nun viel Zeit für Fragen einplanen, weil ich so gelöchert werde. Früher war es Knochenarbeit, Menschen überhaupt zum Reden zu bringen. Es hat eine gewisse Normalisierung stattgefunden.

Gleichzeitig besteht weiterhin ein grosser Aufklärungsbedarf im Umgang mit psychischer Belastung. Sich Hilfe zu holen, ist auch 2026 für viele Menschen sehr schwierig. Und leider hat sich die Situation von Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen nicht verbessert – im Gegenteil: Die Akzeptanz ist vielerorts gesunken. Das beobachten wir auch international. Der Druck der Leistungsgesellschaft ist gestiegen. Leistungsgesellschaft und Akzeptanz beissen sich.

Wenn du auf deine Amtszeit zurückblickst: Was war dein persönliches Highlight? 

Eins auszuwählen, wäre viel zu ausschliessend. Ein sehr spezieller Moment war sicher, als wir 2014 in Zürich die «Wie geht’s dir?»-Kampagne lanciert haben. Dafür hatten wir viel Vorarbeit geleistet. Ich habe für die Lancierung sogar meine Ferien unterbrochen.  

Beeindruckend war auch das enorme Tempo bei der Einführung von ensa. Wir schauten uns das Projekt 2018 in den Niederlanden an und kurz darauf fasste es mit Unterstützung der Beisheim Stiftung in der Schweiz Fuss. In wenig Zeit konnten enorm viele Menschen erreicht werden. 2022 haben wir bereits 10'000 Erst-Helfer*innen ausgebildet. Unterdessen sind es rund 30'000.  

Die Peer-Ausbildung ist für mich ein echtes Herzensthema. Zu sehen, wie sie in der Schweiz zum Fliegen kam, war sehr berührend. Auch in der politischen Arbeit gab es prägende Momente – zum Beispiel als ich einen Input zur psychischen Gesundheit im Basecamp für neu gewählte Nationalrät*innen machen durfte.

Sehr wertvoll war für mich auch die Zusammenarbeit mit den Mitarbeitenden. Ich habe mich dem Team immer sehr verbunden gefühlt und viel Dankbarkeit gespürt.

Gibt es Begegnungen, die dir besonders in Erinnerung bleiben?

Ich habe viele gesellschaftlich einflussreiche Personen getroffen, aber am tiefsten beeindruckt haben mich die Begegnungen mit Menschen mit schweren psychischen Belastungen – ihr Mut, mit ihrer Geschichte einen Weg zu finden, hat mich sehr geprägt.

Was waren die grössten Herausforderungen deiner Präsidentschaft?

Ich dachte zunächst, dass man als Präsident vor allem strategisch arbeiten würde. In der Realität gehört dazu aber auch ein intensiver Blick auf Zahlen und Finanzierung – eine Aufgabe, die immer wieder herausfordernd war. Dabei wurde deutlich, wie stark psychische Erkrankungen weiterhin stigmatisiert sind und wie wichtig es ist, dass strategische Entscheidungen die Entwicklung und Nachhaltigkeit der Stiftung sichern.
Besonders herausfordernd und belastend war die Zeit der Sanierung. Vor das Team zu treten und die notwendigen Massnahmen zu kommunizieren, gehörte zu den schwierigsten Momenten meines Berufslebens. Umso dankbarer bin ich, dass die Massnahmen zur Stabilisierung führten. Besonders beeindruckend war, dass die Mitarbeitenden trotz der schwierigen Situation mit viel Engagement und Herzblut weitermachten und so einen entscheidenden Beitrag leisteten, um das Fundament wieder aufzubauen.
 

Am tiefsten beeindruckt haben mich die Begegnungen mit Menschen mit schweren psychischen Belastungen – ihr Mut, mit ihrer Geschichte einen Weg zu finden, hat mich sehr geprägt.

Was hat dir in deiner Rolle besonders Freude bereitet?

Zu erleben, wie das Thema psychische Gesundheit gesellschaftlich an Bedeutung gewonnen hat – und zu wissen, dass Pro Mente Sana dafür eine wichtige Rolle gespielt hat. Ein Beispiel: Ein CEO erzählte mir, wie die ensa Kurse in seinem Unternehmen die Sicht einer ganzen Belegschaft auf psychische Gesundheit verändert haben. Diese Wirkung zu sehen, ist unglaublich motivierend.

Welche Themen sind im Bereich psychische Gesundheit aktuell besonders dringlich?

Wir haben eine massive Versorgungsnot, deren Ausmass vielen nicht bewusst ist. Jugendliche müssen zum Teil bis zu einem Jahr auf einen Therapieplatz warten. Das wäre bei einer somatischen Erkrankung wie Leukämie völlig undenkbar. Wir brauchen niederschwellige, gezielte und innovative Angebote. Und wir brauchen mehr Aufbruchstimmung – auch bei Fachpersonen. Kleine Schritte reichen nicht, es braucht einen grossen Sprung.

Zudem muss sich die Schweiz klar zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention bekennen – mit Nachdruck, proaktiv und auch für Menschen mit schweren Beeinträchtigungen. Wir sprechen viel von Inklusion, sind aber vielerorts exklusiver geworden.

Auch in den Sozialversicherungen braucht es mehr Innovation. Die psychische Gesundheit muss einen höheren Stellenwert erhalten. Und es muss alles in Bewegung gesetzt werden, um jungen Menschen eine Erstausbildung zu ermöglichen. Auch bei fürsorgerischen Unterbringungen braucht es neue Ansätze: In die Akutpsychiatrie sollten ähnlich viele Ressourcen fliessen wie in die Intensivmedizin. 

Wirst du dich weiterhin für die psychische Gesundheit engagieren?

Ich möchte mir zunächst etwas Zeit lassen und dem neuen Präsidenten Matthias Jäger zu Beginn des Jahres als Sparringpartner zur Verfügung stehen. Einen Teil der freiwerdenden Ressourcen wird wohl auch meiner Tätigkeit als Chefarzt im Berner Oberland zugutekommen. Ein Thema, das mich weiterhin stark interessiert und bei dem ich mir vorstellen kann, dass ich dranbleibe, ist psychische Erkrankung und Arbeitswelt.

Was möchtest du Pro Mente Sana mit auf den Weg geben?

Ich wünsche allen bei Pro Mente Sana weiterhin viel Herzblut und Tatendrang. Gleichzeitig wünsche ich Fokus und Mut. Es gibt 100 wichtige Aufgaben und ebenso viele Erwartungen. Die Kunst liegt darin, Prioritäten zu setzen und sich auf gewisse Themen zu fokussieren.

Auch wenn noch viel zu tun ist: Vergesst nicht, was Pro Mente Sana bereits bewirkt und wofür die Stiftung geschätzt wird. Seid stolz darauf und feiert die Erfolge – auch die kleinen.

 

Pro Mente Sana dankt Thomas Ihde herzlich für seinen langjährigen und wertvollen Einsatz als Präsident und Stiftungsrat. Wir wünschen ihm alles Gute für die Zukunft.
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