Einsatz für Patientenrechte im Tessin
Fast 20 Jahre lang setzte sich Maria Grazia GiorgisZanini im Tessin für Rechte von Patientinnen und Patienten ein und bewirkte wichtige Verbesserungen.
Was hat dich dazu bewogen, bei Pro Mente Sana zu arbeiten?
Ich bin eher zufällig zu Pro Mente Sana gestossen. Jemand hatte mich darauf hingewiesen, dass die Stiftung für das Tessin eine Person suchte, die sich für psychische Erkrankungen und die Rechte der Betroffenen interessiert. Damals arbeitete ich bei der KESB und das Thema hat mich sehr angesprochen. Nach einem Treffen mit Marco Borghi spürte ich sofort eine Verbindung zu ihm und seiner Vision zu den Patientenrechten. So begann mein Abenteuer bei Pro Mente Sana. Wie haben sich die Themen rund um psychische Gesundheit im Tessin in den letzten 20 Jahren verändert? Die Veränderungen verlaufen sehr, sehr langsam. Ich habe oft den Eindruck, dass es einen Fortschritt im Verständnis für psychische Erkrankungen und in der sozialen Integration von Betroffenen gibt – nur um dann wieder Rückschritte zu erleben, sobald gesellschaftliche Probleme, wie etwa Gewalt, in den Vordergrund rücken. Oder anders gesagt: Es gibt Phasen der Offenheit und Sensibilisierung für psychische Gesundheit. Dann kommen wieder Zeiten wie die jetzige, in denen psychische Erkrankungen oft mit Gewalt in Verbindung gebracht werden. Plötzlich wird die Krankheit zu etwas, das kontrolliert werden muss, und Betroffene werden aus der Gesellschaft ausgeschlossen oder unter Überwachung gestellt. Dies zeigt sich an der steigenden Zahl oft ungerechtfertigter Zwangseinweisungen. Welche Erfahrung oder welche Begegnung hat dich nachhaltig geprägt? Es gibt viele und es fällt mir schwer, nur eine herauszugreifen. Ich habe viel Leid und zahlreiche Ungerechtigkeiten erlebt, die mich tief berührt haben – aber auch grosse Resilienz. Ich kann sagen, dass